Am Anfang jeder Kunst, jedes kreativen Schaffens steht die Neugier.
Dies bedeutet, dass wir unsere kindliche Neugier und Faszination für die Welt täglich neu kultivieren wollen.
Nur auf diese Weise werden wir Erschaffer und Künstler, Entdecker und Erfinder unserer Welt, nur auf diese Weise erfahren wir, was es heißt, glücklich und wahrhaft -frei zu sein.
Mithilfe unserer Kreativität, die wir entfalten, transzendieren wir.
Geben wir uns jedoch nicht die Möglichkeit des kreativen Transzendierens, wählen wir infolgedessen, ob bewusst oder unbewusst, die Destruktivität.
Dazu Fromm:
„Die Destruktivität ist eine sekundäre Entwicklungsmöglichkeit, die in der menschlichen Existenz wurzelt und die die gleiche Intensität und Macht besitzt, wie sie jede Leidenschaft haben kann. Aber- und das ist der wesentliche Punkt, auf den ich hinaus will- sie ist nur eine Alternative zu seiner Kreativität. Schaffen und Zerstören, Lieben und Hassen sind nicht zwei unabhängig voneinander existierende Größen. Es sind beides Antworten auf das gleiche Bedürfnis nach Transzendenz. Der Wille zu zerstören muss entstehen, wenn der Wille etwas zu schaffen, nicht befriedigt werden kann. Die Befriedigung des Bedürfnisses, etwas zu schaffen, führt jedoch zum Glück; die Destruktivität zum Leiden, vor allem für den Zerstörer selbst.“ (Erich Fromm-Wege aus einer kranken Gesellschaft)

Wir beginnen also zu zerstören, um unserer Passivität, welche unsere Gefangenschaft, unser Sterben, unser Gefängnis bedeutet, zu entrinnen.
Die Destruktivität ist der gescheiterte Wille also, durch kreative Entfaltung wahrhaftiges Glück und Freiheit zu erfahren. Finden wir jedoch einen Weg, den Künstler in uns zur Entfaltung, zum Ausdruck zu bringen, bedeutet dies unsere Wiedergeburt.
Die Glücklichen sind neugierig, sagt Nietzsche.
Was können wir also Schöneres tun als Ausdruck unserer Faszination für das Leben und für die Welt eine Antwort im künstlerischen Schaffen zu kreieren und infolgedessen uns selbst zu befreien.

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